Chor- & Orchesterkonzert

Chor- & Orchesterkonzert

Chor- & Orchesterkonzert

Samstag, 19. Dezember 2026, 18:00 Uhr
Pauluskirche Hamm, Marktplatz 16, 59065 Hamm
Takako Oishi – Sopran; Annika van Dyk – Alt Cristian Ramirez – Tenor; Gerrit Miehlke – Bass Paulusensemble Hamm Ev. Kantorei Hamm Leitung: Kreiskantor Heiko Ittig

Im traditionellen Adventskonzert der Ev. Kantorei am Samstag  vor dem 4. Advent erklingen in diesem Jahr drei Kirchenkantaten Johann Sebastian Bachs. Alle Kantaten „Gelobet seist du, Jesu Christ“ BWV 91, „Ich freue mich in dir“ BWV 133 und „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ BWV 1 nutzen Kirchenlieder als Vorlage. Die Musik ist dem festlichen Anlass gemäß sehr farbig instumentiert mit Hörnern, Oboen, Oboi d’amore und Englischhörnern sowie Streichern. Neben der Kantorei gestalten das Paulusensemble Hamm und mit Takako Oishi (Sopran), Annika van Dyk (Alt), Cristian Ramirez (Tenor) und Gerrit Miehlke (Bass) überregional bekannte Gesangssolistinnen und -solisten mit. Die Leitung hat Kreiskantor Heiko Ittig.

Ausführende:

Takako Oishi – Sopran; Annika van Dyk – Alt, Cristian Ramirez – Tenor; Gerrit Miehlke – Bass

Paulusensemble Hamm

Ev. Kantorei Hamm

Leitung: Kreiskantor Heiko Ittig

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Die Solistinnen und Solisten

Takako Oishi wurde in Japan geboren und erhielt bereits im Alter von dreieinhalb Jahren ihren ersten Klavierunterricht – zuerst bei ihrer Mutter, später bei verschiedenen Klavierlehrer*innen wie z. B. dem renommierten Klavierprofessor Giichiro lchida. Mit 14 Jahren begann sie, zusätzlich Gesangsunterricht zu nehmen.

Ihre berufliche Laufbahn in Japan begann sie mit einem Gesangsstudium an der Aichi Präfektur Universität der Künste und Musik bei Professorin Emiko liyama. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung in Deutschland fort und absolvierte ein weiteres Gesangsstudium an der Hochschule für Musik Detmold, Abteilung Münster, bei Professor Peter Ziethen. Dieses schloss sie erfolgreich als Diplommusikpädagogin ab. Sie gewann den 14. Shizuoka–Musikwettbewerb und erhielt den Förderpreis bei dem von der Japanisch–Österreichischen Kulturvereinigung (Nichioh Bunka Kyokai) veranstalteten Musikwettbewerb. Bereits während ihres Musikstudiums sammelte sie zahlreiche Konzerterfahrungen als Solistin – u. a. bei den Erbdrostenhofkonzerten in Münster, mit dem Kammerchor Münster sowie mit dem „Collegium Musicum Instrumentale Münster“. Zudem wirkte Takako Oishi als Solistin bei der CD–Produktion „TOD, wo ist dein SIEG?“ und bei der Uraufführung des Requiems (2010) von Colin Mauby mit. In Hamm widmet sie sich weiterhin mit großer Leidenschaft der Gesangspädagogik sowie dem Klavierunterricht, unterrichtet an Musikschulen, gibt Stimmbildung für Chöre und leitet die Kinderchöre der Evangelischen Kirchengemeinde Mark-Westtünnen. Parallel dazu ist sie regelmäßig als Konzertsängerin bei Kirchenkonzerten in NRW zu hören. Seit 2019 nimmt sie kontinuierlich an den von Johannette Zomer organisierten Meisterkursen in Zutphen teil, bei der sie fortlaufend Unterricht erhält. Im Rahmen dieser Kurse hatte sie zudem die Möglichkeit, renommierte Musiker:innen wie Emma Kirkby, Peter Kooij, Nico van der Meel und Ton Koopman kennenzulernen und von ihnen unterrichtet zu werden. Darüber hinaus wird ihre Stimme in Hamm gelegentlich von Eva-Maria Edelkötter betreut, die sie mit fachkundiger Anleitung in ihrer stimmlichen Entwicklung unterstützt.

Annika van Dyk – Alt studierte an der Folkwang Hochschule in Essen und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt Operngesang. Sie gewann den ersten Preis im internationalen Gesangswettbewerb der Schlossoper Haldenstein in der Schweiz  und war Stipendiatin der Yehudi Menuhin Stiftung "Live Music Now".  Neben ihrer regen Konzerttätigkeit wurde sie mehrfach als Solistin an das Theater Aachen verpflichtet.

Der in Kolumbien geborene, junge Tenor Cristian Santiago Caicedo Ramirez begann seine klassische Ausbildung an der Robert Schumann Hochschule für Musik in Düsseldorf, wo er 2 Jahre lang in der Klasse von Prof. Ludwig Grabmeier studierte. Schon von Anfang an erkannte man sein großes stimmliches und musikalisches Potenzial, so dass er 2016 und 2017 ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst bekam.

Zum Wintersemester 2017 wechselte er seinen Studienort nach Münster, wo er bis Sommersemester 2022 an der Musikhochschule bei Thomas Mayr studierte. Seitdem setzt er seine stimmliche Ausbildung bei Ludger Breimann fort.

2018 gewann er den 1. Preis des Fördervereins der Musikhochschule innerhalb des Gesang-Wettbewerbs „Stimme plus“. Ein ProTalent-Stipendium der WWU Münster im Rahmen des Deutschlandstipendiums erhielt er von 2018 bis 2021. Seit 2021 erhält er ein Stipendium von der Stiftung für Musik und Gesang – Surmund-Tremmel-Stiftung.

Zu seinen öffentlichen Solo-Auftritte gehören zahlreiche Liederabende und Konzerte in Deutschland, so wie auf internationaler Ebene in Mexiko, Kolumbien, Österreich und der Schweiz.

Gerrit Miehlke – Bass wurde 1958 in Dortmund geboren. Im Hauptberuf ist er Lehrer für Mathematik und Musik am Goethe-Gymnasium in Dortmund. Sein zweites Wirkungsfeld ist die recht umfangreiche Konzerttätigkeit als gefragter Bassist.

In Dortmund bei Barbara Wendt, später bei Gertrud Dietrich-Maaß und schließlich in Köln bei Prof. Dietger Jacob erhielt er seine Gesangsausbildung.

Konzertreisen führten ihn u. a. nach Frankreich, Polen und Italien. Er wirkte als Solist bei CD-Produktionen des Kammerchors der Uni Dortmund sowie des Christlichen Sängerbundes mit. In seinem Repertoire sind alle bekannten Oratorien-, Kantaten- und Mess-Kompositionen vertreten.

Die Kompositionen

Die Choralkantate „Gelobet seist du Jesu Christ“ BWV 91 aus Johann Sebastian Bachs zweitem Kantatenzyklus beruht auf dem Hauptlied für Weihnachten, Gelobet seist du, Jesu Christ (1524) von Martin Luther. Bach führte die Kantate vier weitere Male am 25. Dezember auf, 1731, 1732 oder 1733, und zweimal in den 1740er-Jahren, also nachdem er 1734 sein Weihnachtsoratorium aufgeführt hatte, das in zwei Sätzen ebenfalls Strophen des Chorals enthält. Im Eingangschor setzt Bach vier konzertierende Chöre ein, die Singstimmen, die Hörner, die Oboen und die Streicher. Das thematische Material des Ritornells erscheint auch als Zwischenspiel und grundiert die Vokalteile. Die Choralmelodie liegt im Sopran. Die Unterstimmen sind in der ersten und letzten Liedzeile imitatorisch geführt, in der zweiten und vierten akkordisch, in der zentralen Zeile erscheinen beide Formen auf die Worte „Von einer Jungfrau, das ist wahr“.

Im 2. Satz wird das Rezitativ kontrastiert von Choralzeilen, die von einer mehrfachen Wiederholung der erste Choralzeile in doppeltem Tempo begleitet werden. Drei Oboen geben der Tenor-Arie eine ungewöhnliche Klangfarbe, während die Streicher dem folgenden Rezitativ Glanz verleihen. Die letzte Aria ist ein Duett, in dem „Armut“ und „Überfluss“ einander gegenübergestellt werden. „Menschlich Wesen“ erscheint in chromatisch aufsteigenden Linien, „Engelsherrlichkeiten“ in Koloraturen und Dreiklangsbrechungen. Die Hörner spielen im Schlusschoral teilweise eigenständige Stimmen, vor allem im abschließenden Kyrieleis.

Bach komponierte die Choralkantate „Ich freue mich in dir“ BWV 133 in seinem zweiten Amtsjahr in Leipzig für den 3. Weihnachtstag als Teil seines zweiten Kantatenzyklus. Die Kantate beruht auf dem Choral in vier Strophen Ich freue mich in dir von Caspar Ziegler. Er ist einer der neuesten Choräle unter denen, auf denen Bach seine Choralkantaten aufbaute, während er sonst die anerkannten Hauptlieder bevorzugte, zum Beispiel von Martin Luther und Paul Gerhardt. Der unbekannte Dichter der Choralkantate behielt die beiden äußeren Strophen bei und dichtete die beiden mittleren Strophen zu je einer Folge von Rezitativ und Arie um. Der Text bezieht sich weder auf die Lesungen noch auf das Fest des Evangelisten. Er drückt die persönliche Freude des Glaubenden aus, der die Gegenwart Gottes im Jesuskind erfährt.

Bach führte die Kantate erstmals am 27. Dezember 1724 auf.

Der Choral wird auf eine Variante der Melodie von „O Gott, du frommer Gott“ gesungen. Diese Melodie war Bach wahrscheinlich neu, denn er notierte sie in der Partitur das Sanctus, das er ebenfalls für Weihnachten 1724 komponiert hatte und später seiner h-Moll-Messe eingliederte. Der cantus firmus im Sopran wird vom Zink unterstützt, die Oboen spielen mit den Violinen und Bratschen, während die 1. Violinen Glanz verbreiten. Die Unterstimmen sind überwiegend homophon gesetzt, mit Ausnahme der ausgeschmückten Phrase „der große Gottessohn“.

Während Bachs Weimarer Weihnachtskantate „Christen, ätzet diesen Tag“ in zwei Chorsätzen und zwei Duetten eine allgemeine Freude zum Ausdruck brachte, reflektieren vier Sätze für eine Einzelstimme die Freude des individuellen Glaubenden. Die Altarie wird von den Oboi d’amore begleitet, die Sopranarie von den Streichern, wobei ein Wechsel vom geraden Takt zu einem Siciliano im Mittelteil auffällt. Das Tenor-Rezitativ ist zweimal mit adagio bezeichnet, um zu betonen „Der allerhöchste Gott kehrt selber bei uns ein“, schließlich um den Choral sowohl in Text und Melodie zu zitieren: „Wird er ein kleines Kind und heißt mein Jesulein“. Die Kantate schließt mit einem vierstimmigen Satz.

Besonders erlesen ist die Besetzung der Kantate «Wie schön leuchtet der Morgenstern». Da sie 1851 den ersten Band der gerade ins Leben gerufenen Bach-Gesamtausgabe eröffnete, erhielt sie später die Nummer 1 des BWV. Die Kantate Wie schön leuchtet der Morgenstern BWV 1 hat eine gewisse Berühmtheit erfahren: Mit ihr nahm Bachs ehrgeiziges Projekt eines Choralkantatenjahrgangs am 25.3.1725 nach rund einem Dreivierteljahr ein abruptes Ende – aus bis heute unbekanntem Grund. Und mit ihr wurde 1851 der erste Band der Bach-Gesamtausgabe eröffnet. Die Kantate über das bekannte Lied beginnt mit einem konzertanten Orchestersatz mit zwei Solo-Violinen zusätzlich zu Hörnern, Oboi da caccia und Streichern, in denen die Choralzeilen eingebettet sind. Die Solo-Violinen kehren in der zweiten Arie (Tenor) wieder, während die von zwei Secco-Recitativen umschlossene erste Arie allein mit Oboe da caccia neben Sopran und Basso continuo auskommt. Beim Schlusschoral geht das Gesamtinstrumentarium mit dem Chor, während die einzig selbständig geführte Stimme des zweiten Horns dem Satz einen besonderen Klang verleiht. Neben vier Singstimmen und den obligatorischen Streichern verlangt sie mit zwei konzertierenden Violinen, zwei Oboen da caccia sowie zwei Hörnern gleich drei Paare seltener Soloinstrumente. Das Heranziehen der Blechbläser könnte dabei einem für dieses feierliche Lied naheliegenden Besetzungstopos entsprechen – hatte doch auch Bachs Amtsvorgänger Johann Kuhnau eine «Morgenstern»-Kantate mit zwei obligaten Hörnern komponiert.

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