Andacht zu Karfreitag, 2. April 2021 von Pfarrerin Ute Brünger

Ein Tag der Schmerzen.
Eine Mutter weint über ihr Kind.
Karfreitag.

Ein Tag der Ruhe.
Es gibt so viel zu bedenken, zu beklagen und zu betrauern.
Karfreitag in Coronazeiten.

Ein Tag mit vielen Fragezeichen.
Kann das Leben wieder gut werden?
Karfreitag mit einer Sehnsucht nach Öffnung und Weite.


An diesem Karfreitag sind wir noch immer in der Lähmung, die das Coronavirus über Stadt, Land und Erdkreis gebracht hat. Grabesstille sollen wir halten, damit die Seuche zum Stillstand kommt. Grabesstille, die wir Menschen nur schwer aushalten. Die Sonne lockt uns doch hinaus, die freien Tage verlocken uns doch dazu, unsere Liebsten zu treffen, zu herzen, zu küssen, als gäbe es da nicht die Gefahr, die jede menschliche Nähe mit sich bringt. Doch wir brauchen die Nähe, die Gemeinschaft, das Miteinander.

Der Evangelist Johannes erzählt davon, wie Jesus noch am Kreuz seine Familienangelegenheiten regelt:
Nahe bei dem Kreuz von Jesus standen seine Mutter und ihre Schwester. Außerdem waren Maria, die Frau von Klopas, und Maria aus Magdala dabei. Jesus sah seine Mutter und neben ihr den Jünger, den er besonders liebte. Da sagte Jesus zu seiner Mutter: »Frau, sieh: Er ist jetzt dein Sohn.« Dann sagte er zu dem Jünger: »Sieh: Sie ist jetzt deine Mutter. «Von dieser Stunde an nahm der Jünger sie bei sich auf.

Die Geschichte rührt mein Herz. Sie erzählt von Abschied und Schmerz, aber auch von Liebe und Fürsorge, die in der größten Krise neu erwachen.
Dass wir nicht verloren gehen in dieser langen Zeit des Verzichtens, das wünsche ich uns für diese Tage und Wochen. Dass wir aus den Geschichten von Karfreitag und Ostern neuen Mut und neue Kraft schöpfen, darum lasst uns beten.

Segen für den Karfreitag:
Seid gesegnet, bleibt behütet.
Gottes freundlicher Blick ermutige euch.
Gottes liebevolles Herz schenke euch Wärme.
Gottes Schöpferkraft mache euch stark und frei.
Gott Vater, Sohn und Geist leite euch im Frieden zum Frieden. Amen.

Herzlichst
Pfarrerin Ute Brünger