Andacht zu Weihnachten 2020 von Pfarrerin Christel Schmidt

Krippe in der Evangelischen Kirche zu Berge

Liebe Schwestern und Brüder,
Weihnachten lässt mich staunen, staunen wie ein Kind. Ja, an Weihnachten wünsche ich mir Vieles so, wie ich es von früher kenne. So wie ich als Kind Weihnachten erlebt habe, das wirkt noch heute nach.  Doch in diesem Jahr ist alles anders, wir können nicht die gewohnten Gottesdienste in der Kirche feiern, ja zum Schutz der Menschen vor Ansteckung durch Covid 19 sind die Kirchen sogar geschlossen und es finden keine Präsenzgottesdienste statt. Weihnachten wird also  ganz anders - viel stiller als sonst gefeiert werden. Das Ungewohnte kann  uns vielleicht helfen,  in Ruhe, das Wunder der Heiligen Nacht  neu zu entdecken.
Ich denke, Maria hatte sich die Geburt von Jesus auch anders vorgestellt. Wahrscheinlich hatte Josef eine Wiege gezimmert für das Baby, Maria alles liebevoll fertig gemacht. Stattdessen müssen sie das neugeborene Kind in einen Futtertrog legen. Anders als es geplant war. Dort im Stall von Bethlehem- kalt und ungemütlich wird es dort gewesen sein. Kein Platz in der Herberge für Maria und Josef! So wird der Sohn Gottes geboren mitten hinein in die Kälte der harten Wirklichkeit.
Gott wird Kind, verletzlich, den Widrigkeiten dieser Welt ausgeliefert. Aber genauso ist Gott an unserer Seite: er weiß um die geplatzten Träume, die enttäuschten Hoffnungen, er weiß um das, was uns bewegt. Er wird ein Mensch wie wir- so kommt  er uns nahe. Und so will er uns verändern, mit Freude erfüllen. Er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu, so verkünden es die Engel, die Boten Gottes.
Von diesem Kind geht etwas Besonderes aus. Wer ihm begegnet, wird verändert. Die Hirten kehren als Andere zurück. Sie loben Gott und danken, für das, was sie gesehen und gehört haben.  
Ein Baby zaubert oft denen ein Lächeln ins Gesicht, die es anschauen. Das zarte kleine Wesen berührt unser Herz. Noch vielmehr will uns das Kind in der Krippe anrühren, das Kind in uns wecken, das im Alltag oft verschüttet ist.
Ja Weihnachten lässt mich zum Kind werden. Es lässt mich staunen: Gott ist da, da wo ich bin. Ich darf mich wie ein Kind freuen. Ich darf zum Kind in der Krippe gehen, so Gott nahe kommen. Ich darf vor Gott still werden und ihn um seine Nähe bitten. Auch wenn Weihnachten dieses Jahr so ganz anders ist: Gott wird Mensch. Er steht uns zur Seite- was auch kommt.

 

In diesem Sinn: frohmachende und gesegnete Weihachten!

Ihre Pfarrerin Christel Schmidt



Aus der Weihnachtsgeschichte nach Lukas:
In dieser Nacht bewachten draußen auf den Feldern vor Bethlehem einige Hirten ihre Herden. Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie.  Die Hirten erschraken sehr,  aber der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird:  Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der versprochene Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr.  Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!«
Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten:  »Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.«  Nachdem die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, beschlossen die Hirten: »Kommt, wir gehen nach Bethlehem. Wir wollen sehen, was dort geschehen ist und was der Herr uns verkünden ließ.«  Sie machten sich sofort auf den Weg und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Futterkrippe lag.  Als sie es sahen, erzählten die Hirten, was ihnen der Engel über das Kind gesagt hatte.  Und alle, die ihren Bericht hörten, waren darüber sehr erstaunt.