Andacht zum Sonntag Kantate, 10. Mai 2020 von Pfarrerin Astrid Taudien

„Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“ (Psalm 98,1).


Ja, wie gerne würden wir in unseren Kirchen im Gottesdienst wieder laut singen, um Gott zu loben und um uns selbst zu erfreuen.
Singen befreit und gibt Mut, es stiftet Gemeinschaft und rührt uns an. Wer von uns hat nicht schon einmal im Wald gesungen, um die Angst zu verdrängen? Wie viele Mütter werden an diesem Sonntag gerührt in Kinderaugen schauen, wenn für sie am Muttertag ein Lied gesungen wird? Und auch die Freude über das letzte Geburtstagsständchen ist uns allen sicher noch in guter Erinnerung, auch wenn es vielleicht eher laut als melodisch war.

Lachen, weinen, danken und Hoffnung schenken, so eine Kraft kann ein Lied haben.

Einmal gesungen ist wie zweimal gebetet.“ So hat es Martin Luther einmal gesagt. Von ihm finden wir viele Lieder in unserem Gesangbuch - Lieder, die in ganz unterschiedlichen Situationen geschrieben wurden.
Nicht immer sind es fröhliche Lieder, doch immer sollten sie Vertrauen und Hoffnung schenken und uns Gottes Liebe spüren lassen. Damals wie heute.

Auch wenn wir gerade aufgrund der Coronakrise in unseren Gottesdiensten und Chören nicht zusammen singen dürfen, ich denke jede und jeder von uns trägt die Botschaft vieler Melodien in sich. Schätze, die leise in unserem Kopf erklingen und unser Herz berühren, wenn wir uns an sie erinnern: Das Lied, das wir hörten, als wir zum ersten Mal unsterblich verliebt waren. Der Walzer, der zu unserer Hochzeit gespielt wurde. Die Melodie mit der uns die Mutter abends in den Schlaf gesungen hat. Das Kirchenlied, das uns am meisten Gottvertrauen schenkt.

Bewahren wir uns diesen Schatz, summen und singen wir diese Melodien für uns selbst und freuen wir uns darauf, sie irgendwann wieder in Gemeinschaft singen zu dürfen. Wie schrieb es eine meiner Konfirmandinnen so schön: „Vorfreude ist die schönste Freude!“
Mit dieser Freude und einem Lied auf den Lippen verabschiede ich mich von Ihnen und hoffe, Sie werden in Gedanken mitsingen!

„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele…“


Ihnen und Ihren Lieben einen gesegneten Sonntag
und seien Sie behütet.
Ihre Pfarrerin Astrid Taudien