Andacht vom Sonntag, 22. März 2020

Liebe Gemeinde,

wir leben augenblicklich in einer Situation, in der wir jeden Tag neue Nachrichten über das Coronavirus lesen und hören. Immer größere Einschränkungen betreffen unser Leben und was heute gesagt wird, hat morgen vielleicht schon wieder an Bedeutung verloren.
Ich frage mich: Wo führt es hin? Wir alle sind verunsichert, wenn wir an die Zukunft denken. Was gibt uns Trost, was hat Bestand?

Mir fallen zurzeit immer wieder Sätze ein, die mir Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen meines Lebens mit auf den Weg gegeben und die mich mein Leben lang begleitet haben. Heute noch geben sie mir Orientierung, Halt und Trost, wenn das Leben wie gerade völlig aus den Fugen gerät.

Vielleicht kennen Sie auch solche Sätze: „Das schaffst Du schon!“ Diesen Satz hat meine Mutter immer zu mir gesagt, wenn ich als Linkshänderin Schwierigkeiten hatte, andersherum als meine Schwester, zu häkeln oder zu stricken und es mir keiner richtig zeigen konnte.

„Diskutieren hilft nicht, da musst Du jetzt durch!“ der weise Rat meiner Oma, wenn es wichtige Dinge zu erledigen gab. Schnell war mir klar, es gibt Dinge im Leben, die hat man einfach zu tun, ohne wenn und aber. „Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden!“ mein Konfirmationsspruch, der mich mein Leben lang begleitet hat.

Vielleicht fallen Ihnen jetzt gerade auch solche Sätze ein, die Ihnen geholfen haben.
Für mich sind es Worte, die mich gestärkt haben. Sei es von Menschen gesprochen oder in der Bibel gelesen:

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum…“

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen.“

„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

„Sei mutig und stark! Fürchte dich also nicht und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst!“


Solche Sätze der Bibel haben über Generationen hinweg Menschen Mut zugesprochen und ihnen geholfen, Krisen zu überstehen. Es sind Gottes Zusagen an uns, die auch in unsicheren Zeiten Bestand haben. Jeder und Jede von uns hat seinen und ihren eigenen Satz, denn der Satz muss zu uns und zu unserer Lebensgeschichte passen, damit er eine Bedeutung erlangt.

Was ist Ihr Satz, der Sie stärken kann? Vielleicht nutzen wir alle die vor uns liegende Zeit, uns auf die Suche nach dem eigenen hoffnungsvollen Lebenssatz zu machen.
Hören wir hin, warten wir ab und lassen wir uns von Gott beschenken:

„Denn Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“


Ihnen und Ihren Lieben einen gesegneten Sonntag
und seien Sie behütet.

Ihre Pfarrerin Astrid Taudien